Kindergarten Neumatt 2

Lehrpersonen

Klassenlehrperson:

DaZ:

Lehrperson VHP:

 

Sirkka Henrich

Isabelle Rudin

Beatrice Hartmann

 

 


Stundenplan

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Wo wir sind

Kindergarten Neumatt, Langenbaumweg 2, 4434 Hölstein

So sind wir zu erreichen

Alle Lehrpersonen (Ausnahme Religionslehrpersonen) sind neu zu erreichen unter: vorname.nachname@schulehoelstein.ch

Aktuelles

Wenn der Osterhase in den spielzeugfreien Kindergarten kommt

Der Spielzeugfreie Kindergarten ist ein Projekt, in dem die vorstrukturierten Spielsachen in die Ferien fahren (Puzzle, Gesellschaftsspiele, Puppen, Bücher, Bauklötze, Autos, Geschirr, Stifte, Bastelsachen, etc). Übrig bleiben Tische, Stühle, Bänke und Regale. Ergänzt werden die Möbel von Tüchern, Klammern, Kartonschachteln, Körben, Kissen, Matten und Kartonrollen; Also Dingen, die durch die Fantasien der Kinder zu etwas neuem werden können.

Als Beispiel wurde eine Reihe von Stühlen zu einem Zug, Kartonschachteln zu Verkaufsständen und Regale zu Hochbetten.

In der Zeit zwischen Weihnachts- und Osterferien fand kein von mir geplanter Unterricht statt. Die Kinder durften die vier Stunden am Morgen freispielen. Das Znüni durfte dann gegessen werden, wenn man Hunger hatte.

Im Spiel mussten die Kinder sich selbst organisieren:

Mit wem möchte ich spielen?

Was spielen wir zusammen?

Was mache ich, wenn ich eine andere Idee habe oder mir etwas nicht gefällt?

Wie löse ich den Streit?

Was, wenn wir den Streit nicht lösen kann?

Möchte ich etwas machen, dass ich noch nicht kann (z.B. einen Knoten)?

Wann und wo esse ich Znüni?

Etc.

Meine Aufgabe war es die Kinder in dieser Freiheit zu begleiten. Durch gezieltes Nachfragen konnten die Kinder Lösungen für alle Problemstellungen und Ideen finden. Bei Lernprozessen stand ich zur Verfügung, meist hielt ich mich aber im Hintergrund, um den Kindern Raum zu schaffen.

Das Ziel des Projekts ist es die Kinder in den Lebenskompetenzen zu fördern. Ich konnte die Grossen Fortschritte täglich beobachten: Alle Kinder verlassen ihre Komfortzone, probieren sich aus, nehmen ihre Gefühle und Bedürfnisse gezielter war, halten Stress und Konfrontationen aus und lösen Probleme eigenständig.

Das Problem war nun aber, dass keine von mir generierten Inhalte vorgegeben werden konnten!

Deshalb schrieb der Osterhase uns einen Brief und teilte uns mit, dass er trotzdem gerne vorbeikommen möchte, jedes Kind dafür aber ein eigenes Osternest haben muss. In einem Klassenrat entschieden die Kinder, dass jedes ein Nest bastelt. So machten Frau Hartmann, Herr Guldimann (unser Zivildienstleistender) und ich uns auf, um den Plan jedes Kindes aufzuschreiben und das dazu benötigte Material zu notieren.

Ich bin dann mit diesen Plänen einkaufen gegangen und habe eine Osternestwerkstatt eingerichtet:

In der Osternestwerkstatt konnten die Kinder, wann sie Zeit dazu hatten, ihr Nest nach ihren Vorstellungen basteln. Die bestellten Materialien hatte ich in ihre Schubladen einsortiert. Stifte, Klebstreifen, Leim, etc. standen in der Werkstatt bereit. 
So entstanden meist ohne Hilfe von aussen 20 individuelle Osternester, die der Osterhase am Donnerstag vor den Ferien befüllen konnte, während wir im Turnen waren. 

Die Kinder und ich sind auf ihre individuellen Leistungen und das Ergebnis sehr stolz!

Links oder rechts oder beides?

Vom Sportamt Basellandschaft habe ich bereits im vergangenen Schuljahr für meine Klasse das Animationsprojekt «Links/Rechts» gewonnen. Aufgrund des Lockdowns wurde die Umsetzung dann auf das neue Schuljahr verschoben.

 

Es war eigentlich ein ganz normaler Donnerstagmorgen. Wir hatten unsere Turnsachen dabei und waren auf dem ca. 25-minütigen Weg vom Kindergarten zur Turnhalle beim Rübmatt-Schulhaus. Die Kinder wussten aber, dass heute ein Herr Ziegler das Turnen leiten würde und wir länger in der Turnhalle bleiben dürften. Entsprechend aufgeregt waren alle.

«Wer ist Herr Ziegler?», «Woher kennst du ihn, Frau Henrich?» und «Was wird er mit uns machen?» waren nur einige zu beantwortende Fragen auf dem Weg.

Durch die Aufregung brachten die Kinder den Weg in rekordverdächtigen 20 Minuten hinter sich.

Vor Ort schnell umgezogen und dann in der Halle herumdüsen, bis Herr Ziegler seine Posten aufgebaut hat. Alle Posten waren auf die Koordination beider Körperseiten, das Gleichgewicht und die Körperspannung ausgelegt.

Doch bevor wir mit den Posten starten durften, hatte Herr Ziegler einige Aufwärmübungen für die Hände mitgebracht. Wir bauten Pyramiden mit Bechern. «Das ist ja einfach!», doch dann kam die nächste Schwierigkeitsstufe: Beide Hände müssen abwechslungsweise benutzt werden! Die ruhige und konzentrierte Atmosphäre zeigte: Jetzt ist es nicht mehr so einfach. Trotz der teilweisen Schwierigkeiten erlebte jedes Kind kleine und grosse Erfolgserlebnisse.

Dann durften wir doch noch an die Posten!

Beim Ersten ging es um Balance auf unterschiedlichen teilweise beweglichen Unterlagen. Dabei konnte vorwärts, seitwärts und rückwärts gegangen werden. Zusätzlich gab es wacklige Fortbewegungsmittel.

Mit Drehtellern, die auf den Fingern balanciert werden mussten, ging es weiter. Diese mussten erst auf dem Finger stabilisiert werden. Dann mit der anderen Hand wurde der Teller angedreht. Falls es gelang den Teller auf dem Finger zu halten, konnte ein Handwechsel gewagt werden.

Als nächstes ging es an die «Devil Sticks». Das sind Jonglierstäbe, die mit zwei dünneren Stäben in der Luft gehalten werden sollen. Es war bereits eine Herausforderung den «Devil Stick» auf die beiden anderen Stäbe aufzuladen, ohne dass dieser davon rollt. Danach konnte damit balancierend durch den Raum gegangen werden. Das Werfen und wieder Auffangen waren für die meisten zu anspruchsvoll, aber einige Hartnäckige schafften es dann doch noch. Für die anderen konnte der «Devil Stick» stehend auf den Händen balanciert werden.

Der letzte Posten bestand aus verschieden grossen Reifen. Hier wurde Hula-Hopp und andere Drehspiele geübt.

Vor dem Abschluss packte Herr Ziegler noch die Jonglierbälle aus. Damit wurde balanciert, geworfen, gefangen und experimentiert.

Am Ende zeigte Herr Ziegler uns in einer kleinen Aufführung, was er alles kann. Das Staunen war vorprogrammiert und die Motivation gross in der Garderobe im Anschluss zu zeigen, was noch so alles balanciert werden kann.

Wenn aus Einzelnen eine Gruppe wird

Dieses Jahr konnten die 13 neuen Kindergartenkinder und ich uns erst nach den Sommerferien kennenlernen. Wir haben uns aber bereits schnell aneinander gewöhnt und konnten Vertrauen zueinander aufbauen. Es wurde der Kindergarten erkundet und bereits mehrmals komplett ausgeräumt. Wir haben Rituale kennengelernt und gespielt. Wir waren drinnen, draussen und im Turnen, haben gelacht und geweint. Manchmal waren wir auch wütend oder enttäuscht. Alles in allem für uns eine intensive und tolle Zeit!

Aber wie schafft man es, aus lauter kleinen Persönlichkeiten eine Gruppe zu formen? Um diesem Ziel näher zu kommen, haben wir viele Dinge zuerst allein geübt. Jeder kann nur dann in der Gruppe stark sein, wenn man es bereits weiss, wie es geht. Zu diesem Zweck haben die 18 Kinder zuerst alle Kaplas zu 18 unterschiedlichen Türmen gebaut.

An einem anderen Tag wurden die Kaplas immer in Zweiergruppen zu 9 Türmen gebaut. Die grosse Herausforderung war dann nicht mehr die Statik, sondern die Kommunikation und der Konsens.

Schon kurz danach sind wir mit der Geschichte von Swimmy von Leo Lionni gestartet, in der wir viele verschiedene Unterwassertiere kennenlernen durften. Die faszinierenden Unterwassertiere beschäftigen uns seit Beginn des Buches. Doch wie sieht ein Fisch aus?

Da gibt es ganz unterschiedliche Interpretationen. Deshalb gestaltete jedes Kind mit viel Ausdauer und Engagement seinen eigenen Fisch mit einem Seil und Legematerialen.

Aber auch das Buch lädt zum Nachmachen ein. Die Seiten sind mit verschiedenen Methoden gestaltet. So bot es sich an die unterschiedlichen Methoden nachzustellen und ein eigenes Buch zu gestalten. Mit den Händen wurden Quallen gedruckt, mit Zeitungsschnipseln Haifischen Zähne in den Mund geklebt und mit Stempeln Swimmy auf das Papier gebracht.

Was sich dieses Jahr neben der Gruppenbildung schnell als Schwierigkeit herausstellte, waren die vielen ähnlich aussehenden Namen mit den gleichen Anfangsbuchstaben. Um diese besser kennenzulernen, wurden diese mit unterschiedlichen Materialien gelegt und geübt. Die Kinder waren alle sehr sorgsam und fleissig dabei.